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AN DIESER STELLE ERHALTEN SIE TEILWEISE EINBLICK MIT CODE DER WEBSITE: als Fragmente unserer Diskussionen und Reflektionen konnten diese Texte nach gerettet (!) werden:

Luurn bi de Buern” ist westmünsterländer Sandplatt und bedeutet “Lauern bei den Bauern”.

"Fröhhlich bleiben", WMSP (Westmünsterländer Sandplatt)
Krägg“Fröhlich bleiben“: wird oft zum Abschied gesagt, auf westmünsterländer Sandplatt

Als ein Projekt künstlerischer Forschung zum Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof und der Kulturgeschichte der Landwirtschaft wird es in Ausstellungen und ortsspezifischen Aktionen in situ auf 6 Bauernhöfen im Münsterland ab Sommer 2014 präsentiert. So schafft künstlerische Praxis im doppelten Sinne “Orte der Entdeckung”, da auch die Höfe als bauliche Kulturgüter und der dort stattfindenden Landwirtschaft einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.\r\n\r\n“LUURN“ ist eine kritisch-humorvolle Betrachtung des Begriffs “Landleben”, seiner Widersprüche und Klischees. Als Dialogangebot mit der Bevölkerung kann es zur Hinterfragung und damit Stärkung regionaler kultureller Identität beitragen. (mehr)‚, ‚LUURN‘, “, ‚inherit‘, ‚open‘, ‚closed‘, “, ’48-revision-v1′, “, “, ‚2014-07-25 07:25:24‘, KUNST ensteht erst beim Betrachten (und kommt nicht von Können allein).Wichtig dabei ist die Bereitschaft, Dinge wahrzunehmen. Diese entsteht oft erst im neugierigen Entdecker-modus. Daher möchten wir Sie einladen, nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Landwirtschaft umherzuschweifen und zu luurn …\r\n\r\nIn unregelmässiger Folge stellen wir auf dieser Website die künstlerischen Arbeiten der Künstler vor, die sich auf dieses Thema eingelassen haben – einige sind damit schon seit Jahren beschäftigt, andere haben eigens für LUURN neue Arbeiten entwickelt..

 

Anna Ziblers Bilder in der Ausstellung von LUURN handeln vom Fleisch und „sind kein Aufruf zum Vegetarismus, kein Fingerzeig des Ekels, kein schreiender Protest gegen Fleisch, sondern eher ein Versuch der Wertschätzung und des Bewusstmachens von geschlachteten Tieren“ wie sie sagt. Mit den gedruckten Texten auf den Bildern, durch die Fachbegriffe der Tierteile in verschiedenen Lebensphasen, versucht sie beim Betrachter einen anderen Bezug zu diesem Stück Fleisch und so auch zu dem Tier herzustellen. Beide Bilder haben einen klaren Bezug zu aktuell öffentlich geführten Diskussionen um den bewussten Umgang mit Tier und Umwelt.\r\n\r\nAnna Zibler: "Schweinkram"Dies erinnert an den von Harald Lemke formulierten „ethischen Grundsatz eines gastrosophischen Hedonismus: Dieser besagt, dass wir für all die Lebewesen, die wir töten werden, um sie zu verspeisen, alles tun sollten, damit diese das Glück eines artgerechten Wohlergehens haben, solange wir sie leben lassen“.\r\n\r\nAnna Zibler: "Rind"\r\n\r\nAnna sagt über ihre Bilder : „Es ist so gemeint, das viele Leute vor Fleisch im Schlachtungsverfahren und Verarbeitung Ekel haben oder überhaupt keinen Bezug mehr, weil sie alles nur abgepackt aus dem Supermarkt kennen.\r\nIch meine also das ich die Fleischstücke wertschätze und keinen Ekel davor habe und mir den Werdegang eines fertigen Fleischstückes klar mache. Außerdem gehen die Namen der verschiedenen Altersstufen der Tiere verloren, weil die Menschen keinen Bezug zur Landwirtschaft haben. Niemand ist sich diesen verlorenen Fachbegriffen und was dahinter steht bewusst, wenn er ein Stück Fleisch kauft oder ist.“ Die Bilder kamen heute in Südlohn an, wo sie am Wochenende gezeigt werden und wo zur Zeit noch die zweite Station von LUURN  vorbereitet wird.\r\n\r\nAnna Zibler ist Absolventin der Klasse von Prof. Irene Hohenbüchler an der Kunstakademie Münster, deren Studierende auch drei Holzschnitte für den Wiesenwalzendruck von LUURN gemacht haben.‘, ‚Anna Zibler: „Schweinkram“‚

 

 

Gintare Skroblyte (Skroblies) ist Druckgrafikerin, die auch malt, zeichnet und aquarelliert. Für LUURN hat sich die Münsteraner Künstlerin an den heimischen Bauernhof in Litauen erinnert und daran, dass Kühe auch in Krisenzeiten um sie herum stets stoisch, gelassen und ruhig bleiben. So stehen in ihren Bildern die Kühe oft am Abgrund oder bis zum Hals im Wasser – ob die Welt untergeht oder der Milchpreis in den Keller sinkt – die Kühe gucken und kauen ruhig weiter.\r\n\r\nGintare SkroblyteGerade war sie mit ihrem Neffen aus Litauen zu Besuch auf dem Hof Schlüter, wo sie noch vor 2 Wochen für LUURN # 2 „Platte T-shirts“ und Wiesenwalzendrucke produzierte. Ihr Neffe erzählte, dass er mit benachbarten Bauern in Litauen eine Kooperative für eine eigene Molkerei für mehr Preisstabilität und Unabhängigkeit gegründet hatte. Nun sind die Gebäude gebaut aber die bestellte Technik aus Deutschland kann nicht geliefert werden, da der Lieferant in Konkurs ging. Es gibt das Gerücht, dass er von einer US-Aktiengesellschaft aufgekauft wird und die Molkereitechnik nun doppelt so teuer werden soll.\r\n\r\n \r\n\r\nGintares KüheZudem ist in Litauen der Milchpreis wegen des russischen Importverbots im Zuge der Ukraine-krise auf 25 Cent gefallen. Für die dortigen Bauern ist dies eine wahrlich schwere Zeit.\r\n\r\nSie selbst ist gerade mit ihrem Neffen zur  Familie auf den Hof nach Litauen gefahren, der ganz nah am Meer liegt – die Kühe werden wahrscheinlich weiter stoisch gucken und kauen wie in ihren Bildern. Gute Reise & viele Grüsse an die Kühe im Wasser, wünscht LUURN!\r\n\r\nPS. Gintares litauischer Familienname ist Skroblyte, was den deutschen Behörden vielleicht zu schwer auszusprechen war. Jedenfalls ist ihr „eingedeutschter“ Name Gintare Skroblies.
INSERT INTO `khpquj0xe_posts` VALUES (246, 1, ‚2014-07-29 13:09:36‘, ‚2014-07-29 13:09:36‘, ‚Und nun zum Wetter: Gestern hat es in Münster 80 Liter/m2 geregnet – auf dem Hof Schlüter zum Glück nur 5 L/m2. „Ansonsten hätten wir die Frischmelker \’trockenlegen\‘ müssen, weil die Dachrinnen übergelaufen wären und alle Liegeplätze unter Wasser gestanden hätten“ meint Landwirt Christian Schlüter. Auch wer die Klimakatastrophe für ein Gerücht hält, muss zugeben, dass sich extreme Wetter häufen, die teilweise heftigen Sommergewitter sind nur eine der Auswirkungen.\r\n\r\n

Daniela Schlüter: Arche Noah jetzt (Detail), Lithographie 2014
Daniela Schlüter: Arche Noah jetzt (Detail), Lithographie 2014

\r\n\r\nWenn morgen die \’Sintflut\‘ kommt – welche Tiere kämen heute in die Arche Noah?  Davon ausgehend, dass es die klassiche (Tier-)Paarkonstellationen heute nicht mehr gibt, hat Daniela Schlüter die hiesigen (einheimischen) Tiere an ihre realen Zahlen angenähert. In einer Lithographie und in einer Collage mit Monotypien und Zeichnungen zusammengebracht, ergibt sich eine Art moderner Arche Noah 2014. \r\n\r\nDie Lithographie wurde im Keystone-studio in Berlin-Kreuzberg gedruckt, die Collage entstand im Tennen-atelier auf dem Hof Schlüter.\r\n\r\n

PLANTAGE (Bewegtes Aufblasgemüse von St. Demming)
PLANTAGE (Bewegtes Aufblasgemüse von St. Demming)

\r\n\r\nDass zuviel Künstlichkeit nicht nachhaltig ist, wird deutlich, wenn die temporären Skulpturen umkippen sobalddie Gebläse unterbrochen werden. Die Anspielung auf „gezüchtetes Supergemüse“ liegt nah und im Münsterland wurde nocheinmal gerade die Maisproduktion angekurbelt. Aufblasskupturen werden von Künstlern in unterschiedlichsten Formen erstellt. Eine besondere Art der „Plantage“ begrünte als „Instant Park“ in diesem Sommer auch den Hermannplatz in Berlin, wozu die Big Band Neukölln aufspielte. Seit der ersten Präsentation im Kunsthaus Kloster Gravenhorst anlässlich des Projektstipendiums KunstKommunikation, wo bereits drei Näherinnen aus dem Umfeld des Klosters mithalfen, haben mittlerweile acht Menschen die Aufblasplastiken gefertigt.\r\n\r\nIn Südlohn spielten die Senioren der Musikkapelle zur bewegten Installation. Zur Zeit ist eine aufblasbare Biogasanlage in Planung.\r\n\r\n \r\n\r\n PLANTAGE (Bewegtes Aufblasgemüse von St. Demming)[/caption]\r\n\r\nDass zuviel Künstlichkeit nicht nachhaltig ist, wird deutlich, wenn die temporären Skulpturen umkippen sobalddie Gebläse unterbrochen werden. Die Anspielung auf „gezüchtetes Supergemüse“ liegt nah und im Münsterland wurde nocheinmal gerade die Maisproduktion angekurbelt. Aufblasskupturen werden von Künstlern in unterschiedlichsten Formen erstellt. Eine besondere Art der „Plantage“ begrünte als „Instant Park“ in diesem Sommer auch den Hermannplatz in Berlin, wozu die Big Band Neukölln aufspielte. Seit der ersten Präsentation im Kunsthaus Kloster Gravenhorst anlässlich des Projektstipendiums KunstKommunikation, wo bereits drei Näherinnen aus dem Umfeld des Klosters mithalfen, haben mittlerweile acht Menschen die Aufblasplastiken gefertigt.

Wapke Feenstra: „Sorry Rosie“[/caption]\r\n\r\n„Liebe Rosie, ich habe mir vorgenommen, viel von Dir zu erzählen, damit Du in Geschichten weiterlebst.“\r\n\r\nAn einer Kälberbox hängt das Bild eines Kalbes mit einer Geschichte. Der Titel „Sorry Rosie, ich bin ein Allesfresser“ deutet schon auf den Inhalt: Wapke Feenstra hat sich ein Kalb ausgesucht. Sie hat es „Rosie“ getauft und aufwachsen sehen, sie hatte es gekauft, mästen und als es schwer genug war, schlachten lassen, um es zu verspeisen. Als Teil des Projekts „Vorratskammer“ von myvillages.org beim Kongress Überlebenskunst (im Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2011) diente es als handverlesene Nahrung der Verpflegung der Besucher.\r\n\r\n„Deine Mutter (du hast sie nur kurz gesehen) ist eine Friesisch-Holsteinische Kuh. Sie kam zur Welt, um Milch zu produzieren.“\r\n\r\nWapke beschreibt in einer Art persönlichem Brief Wesentliches über die Milchviehhaltung und verbindet es auch mit ihren Jugenderinnerungen auf dem Hof in Friesland. Dabei werden Veränderungen in der Tierhaltung erwähnt und die aufkommende Nostalgie wird gleichzeitig gebrochen, der heutigen Realität somit wach und hintersinnig ins Auge geschaut.\r\n\r\n„Milchkühe müssen jedes Jahr ein neues Kalb bekommen, um weiter Milch produzieren zu können. (…)\r\n\r\n

Wapke Feenstra: "Sorry Rosie" (in situ: Hof Schlüter, Südlohn)
Wapke Feenstra: „Sorry Rosie“ (in situ: Hof Schlüter, Südlohn)

\r\n\r\nMännliche Rinder werden in Zeiten der künstlichen Befruchtung höchstens noch eingesetzt, um die Kühe ein bischen aufzugeilen.“\r\n\r\nWapke erzählt dem Kalb auch von Embryonenimplantationen, die dem Zweck weiblicher Kälber dienen und für die LUURN ein schönes Werbeplakat entdeckte mit dem Titel „ERFOLG IST FRAUENSACHE – gesextes Sperma für mehr Wirtschaftlichkeit“. Der Laie fragt sich hierbei zunächst ob es sich um eine Parodie handelt, aber für den Fachmann oder die Fachfrau ist „gesextes Sperma“ seit Jahren Normalität.\r\n\r\n„Du bist seit deiner Zeugung dazu verurteilt, auf dem Teller zu landen.“\r\n\r\nBei den Ausstellungen von LUURN wird die Bild-Text-Arbeit stets in situ an einer Kälberbox installiert – so wird die Bestimmung des Kalbs – entweder als Milchkuh oder als Mastfleisch direkt mit dem Inhalt der künstlerischen Arbeit verbunden. Das flauschige Kälbchen ist das Steak von morgen und manch ein Leser kann ihm zuflüstern: „Sorry Rosie, ich bin ein Allesfresser.“\r\n\r\nWapke Feenstra ist eine niederländische Künstlerin, die sich seit Jahren mit Projekten über Landwirtschaft und die Veränderungen von Kulturlandschaft beschäftigt, wie zB in „Former farmland„. Sie forscht mit künstlerischen Mitteln, ist Buchautorin und kooperiert mit Kathrin Böhm (Ger/UK) und Antje Schiffers (D) in dem Projekt myvillages.org

Petra Spielhagen – Land (Schöppingen)“ width=“300″ height=“199″ /> Petra Spielhagen – Land (Schöppingen)[/caption]\r\n\r\nPetra Spielhagen ist während ihres Stipendienaufenthaltes im Künstlerdorf Schöppingen auf die Maschinen für die Maisente aufmerksam geworden und hat angefangen, diese zu fotografieren:\r\n\r\n“Schöppingen ist eine 8000 Einwohner zählende Gemeinde im westlichen Münsterland, NRW. Mit der Intensivierung und Rationalisierung der Landwirtschaft hat ein Strukturwandel stattgefunden, die Landschaft hat sich verändert und verändert sich noch immer.\r\n\r\n \r\n\r\n \r\n\r\n \r\n\r\n

Petra Spielhagen – Land (Schöppingen) 6
Petra Spielhagen – Land (Schöppingen) 6

\r\n\r\nIch begleitete die Fahrer der Landmaschinen, die nachts wie Ufos über die Felder fahren, und verfolgte den Maisanbau vom Auslegen bis zur Ernte. Der Mais wird zu Futter für die Viehwirtschaft oder zu Energie in der Biogasanlage verarbeitet. „\r\n\r

 

2014/08/HoernerAntlfinger_Hasen_still-300×171.jpg“ alt=““Hasen, sich ein Bild machen und etwas zu Ende denken, Teil 1, Friesoythe“ (Videostill)“ width=“300″ height=“171″ /> „Hasen, sich ein Bild machen und etwas zu Ende denken, Teil 1, Friesoythe“ (Videostill)[/caption]\r\n\r\nNach dem Anfangsbild einer Gruppe von Mastställen entwickeln die Hasen – selbst Tiere aus der freien Wildbahn, aber auch metaphorisch aufgeladen in der Kunstgeschichte –  eine Diskussion über Sinn und Unsinn, (Un)Gerechtigkeit vom Fleischkonsum aber auch als Alter Egos der Künstler über die Möglichkeiten, dieses politische Thema künstlerisch zu bearbeiten. „“Es wäre schön wenn mehr Leute auf die Idee kämen, wie man von dieser Produktion wegkommt, wie man den Tieren das Leid erspart, wie man als zivilisiertes Wesen auch ohne Fleisch auskommt“ sagt dabei einer der Hasen, dass es bei dem Thema „Tiere essen“ in unserer Gesellschaft bereits um „die Substanz“ geht. Die Künstler möchten mit der Arbeit daran erinnern, das Tiere nunmal kein Produkt sind, das man herstellen kann, sondern fühlende und soziale Lebewesen, denen eklatantes Unrecht angetan wird, das beendet werden muss.\r\n\r\nDas Video ist Teil des umfassenden Projekts „Factory?Farm“, das „das heikle Verhältnis zwischen Menschen und Tieren im Computerzeitalter“ untersucht. Entwickelt haben sie es als Stipendiaten des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst in Oldenburg, wo sie die  Lebensmittelindustrie des Oldenburger Umlandes untersuchten. Barbara http://apothekebillig.com/levitra.html Engelbach hat darüber einen interessanten Essay geschrieben.\r\n\r\n

Installationssicht bei \'Luurn # 2\'
Installationssicht bei \’Luurn # 2\‘

\r\n\r\nBei „Luurn # 2“ (7/2014) wurde die Arbeit in einem Oldtimer-Wohnmobil gezeigt und sorgte für die Art von Dialog, die wir uns für unser Projekt wünschen. Ferdi H. berichtete, dass er diese Arbeit interessiert verfolgte, als Hermann H. hinzukam und sich selbst als Schweinemäster aus der Umgebung vorstellte. Durch die Inhalte des Hasendialogs angeregt, entwickelte sich eine Diskussion der beiden mit einer weiteren Besucherin, die offensichtlich eindeutige Gegnerin von Massentierhaltung war. Das Gespräch wurde laut Ferdi stets von neuem durch die virtuellen Hasen belebt und gehörte zu seinen interessantesten Erlebnissen während „Luurn # 2“.\r\n\r\nDas Video führte auch zu lebhaften Diskussionen mit Künstlern und Landwirten, von denen sich einige in ihrer Arbeit verunglimpft fühlten. Tenor: \’Wir arbeiten mit und für die Tiere, wir kümmern uns und üben einen Jahrhunderte alten Beruf aus. Das Video wird weder unserer Arbeitsethik noch unserer Sorge um die Tiere gerecht.\‘ Aus Sicht des  Landwirts muß man mit dem Begriff „Massentierhaltung“ an sich vorsichtiger umgehen: „Er ist einfach nicht definierbar und in den Diskussionen einfach nur ein Negativbegriff gegen unsere Landwirtschaft. Man kann doch nicht einfach sagen, dass der Milchbauer gut ist und der Schweine- oder Hähnchenmäster ein Massentierhalter. Damit verunglimpfst du auch ganz normale Bauern. Die Anzahl Tiere kann einfach kein Maßstab sein. Mit so einem kleinen Hähnchen kann man nun mal nicht so viel erwirtschaften wie mit einer großen Kuh. In den meisten Fällen sind auch die Schweine und Geflügelbauern selbstständige Landwirte. Dagegen gibt es auch Investoren, die in Milchviehbetriebe investieren. Bei den Ställen ist es nun mal so, dass die Kuh besser in einem Offenstall gehalten werden kann so wie es bei uns der Fall ist. Das wirkt auf den Verbraucher natürlich sympathischer. Bei der Schweinemast hat sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen der geschlossene Stall mit automatischer Lüftung etabliert. Es gibt viele Bauern die Versuche mit Strohhaltung gemacht haben, was aber oftmals nicht funktioniert hat. Auch aus Sicht der Veterinäre sollen die Ställe besser zu („verriegelt“) sein. Seuchen und Krankheiten sind dann nicht so schnell übertragbar. Gerade dann, wenn Personen-und Fahrzeugverkehr zwischen den Bertrieben stattfindet. Auch hier sind Schweine und Geflügel etwas empfindlicher als Kühe. Dies jetzt als hermetische Abschottung zu bezeichnen ist einfach unfair, vielmehr aus fachlicher Sicht eine Notwendigkeit.„\r\n\r\nHierauf reagierten die Künstler: „Wir geben dem erwähnten Landwirt völlig recht, wenn er sagt \‘Man kann doch nicht einfach sagen, dass der Milchbauer gut ist und der Schweine- oder Hähnchenmäster ein Massentierhalter. (…) Die Anzahl Tiere kann einfach kein Maßstab sein.\‘ –  „Es geht nicht um verbesserte Haltungs- bzw. Produktionsbedingungen, 5000 oder 50.000 Tiere, sondern wir müssen uns wirklich fragen, warum das ganze überhaupt sein muss. Der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milch ist angesichts des Leids, das Tieren dafür zufügt wird, ein ziemlich triviales Bedürfnis.\r\n\r\nDie Massentierhaltung ist mit Sicherheit die umfassendste Art von Ausbeutung fühlender Lebewesen. Aber Tiere werden auch in der Biolandwirtschaft oder kleinbäuerlichen Landwirtschaft genutzt, sie leben zu einem bestimmten Zweck und haben kein Recht am eigenen Körper.\r\nMilchkühe z.B. werden sobald sie geschlechtsreif geschwängert und von da an etwa einmal jährlich, weil sie ohne Kälbchen keine Milch geben würden. Die Kälber werden direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt.  Sie werden meist seperat in sogenannten Kälberiglus aufgezogen, ohne jeden Kontakt und Nähe zu ihren Müttern. Beide – Kühe und Kälber leiden massiv unter dieser Trennung. „Oft ruft die Kuh tagelang nach ihrem Kind, die Kälber entwickeln Verhaltensstörungen. In den ersten Lebenswochen werden den Kälbern häufig die Hornansätze am Kopf mittels eines Brennstabs ausgebrannt, um zu verhindern, dass die Rinder sich später gegenseitig oder den Landwirt mit den Hörnern verletzen. Der Einriff darf ohne Betäubung geschehen und ist mit erheblichen Schmerzen verbunden.“ (zit. Friederike Schmitz, Tierethik) Wenn die Milchproduktion der Kühe nach einigen Jahren und Geburten nachlässt, werden sie geschlachtet, mehr dazu hierWir sind nicht der Meinung, das man diesen Produktionsprozess als  „Arbeiten mit und für die Tiere“ bezeichnen kann, sondern halten das für ein eklatantes Unrecht an fühlenden und sozialen Wesen, das beendet werden muss.“\r\n\r\n___\r\n\r\n* Ute Hörner und Mathias Antlfinger (beide Professoren für Transmediale Räume an der Kunsthochschule für Medien (KhM) in Köln) „erschließen sich seit den 90er Jahren politisch brisante Themen und eröffnen kritische Perspektiven auf die Technologisierung unserer Lebenswelt. Ihre räumlichen Erzählungen handeln von interagierenden Systemen – von Individuen und Computern, von Städten und ihren Bewohnern, von Tieren die geliebt und Tieren, die gegessen werden.“ (Quelle)\r\n\r\n ‚, ‚“Es wäre schön wenn mehr Leute auf die Idee kämen (…), wie man den Tieren das Leid erspart“‚, “, ‚publish‘, ‚open‘, ‚closed‘, “, ‚irgendwo-muss-das-fleisch-doch-herkommen-hoernerantlfinger‘, “, “, ‚2014-10-09 09:02:30‘, ‚2014-10-09 09:02:30‘, “, 0, ‚http://bi-de-buern.de/?p=355‘, 0, ‚post‘, “, 0);
INSERT INTO `khpquj0xe_posts` VALUES (356, 1, ‚2014-08-28 15:18:41‘, ‚2014-08-28 15:18:41‘, ‚Das Künstlerduo Hörner/Antlfinger* thematisiert mit seiner Videoarbeit „Hasen, sich ein Bild machen und etwas zu Ende denke, Teil 1, Friesoythe“ verschiedene Seiten von Fleischproduktion und Massentierhaltung. Dafür inszenieren die beiden Künstler zwei weiße Hasenpuppen, die von ihnen selbst in schwarzem Sturmhaubenoutfit in einem Auto gespielt werden. Nach dem Anfangsbild einer Gruppe von Mastställen entwickeln die Hasen – selbst Tiere aus der freien Wildbahn, aber auch metaphorisch aufgeladen in der Kunstgeschichte –  eine Diskussion über Sinn und Unsinn, (Un)Gerechtigkeit vom Fleischkonsum aber auch als Alter Egos der Künstler über die Möglichkeiten, dieses politische Thema künstlerisch zu bearbeiten. Entwickelt haben sie es als Stipendiaten des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst in Oldenburg, wo sie die  Lebensmittelindustrie des Oldenburger Umlandes untersuchten.\r\nBei „Luurn # 2“ (7/2014) wurde die Arbeit erstmals\r\n\r\n* Ute Hörner und Mathias Antlfinger (beide Professoren für Transmediale Räume an der Kunsthochschule für Medien (KhM) in Köln) „erschließen sich seit den 90er Jahren politisch brisante Themen und eröffnen kritische Perspektiven auf die Technologisierung unserer Lebenswelt. Ihre räumlichen Erzählungen handeln von interagierenden Systemen – von Individuen und Computern, von Städten und ihren Bewohnern, von Tieren die geliebt und Tieren, die gegessen werden.“ (Quelle)\r\n\r\n ‚, ‚“Irgendwo muß das Fleisch doch herkommen …“‚

Münster. Ein Besuchersteg über den Kühen im Kuhstall auf Hof Große Kintrup erlaubt es, Fragen über die Zukunft der Landwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes im Angesicht des Themas Kuh bei einer Podiumsdiskussion zu erörtern. Dazu haben die Münsteraner Irmhild Willenbrink und Marcus Fischer eigens für den Kuhstall ein Kabarettstück entwickelt.\r\n\r\nPROGRAMM\r\n\r\n11-17 Uhr: Ausstellung \r\n\r\nBildserien erzählen von Landfamilien– und Hofschicksalen sowie den Tiere als „Hauptakteure“ in der Milch- und Fleischproduktion. Stefan Demming und Daniela Schlüter zeigen neben ihren eigenen großformatigen Collagen wie „Arche 2014“ oder „Aktualisierte Landschaft“ (Radierungen) auch Arbeiten weiterer Künstler wie die Zeichnungen stoischer Kühe der Münsteranerin Gintare Skroblies oder ein Video vom Duo Hörner/Antlfinger aus Köln, in dem sich zwei Hasen über Massentierhaltung unterhalten. Erntemaschinen im nächtlichen Einsatz als beeindruckende Lichtspiele hat Petra Spielhagen aus Berlin festgehalten und Wapke Feenstra aus Rotterdam erzählt mit „Sorry Rosie, ich bin ein Allesfresser“ in situ vom Leben und Sterben eines Kalbes im Dienst der menschlichen Fleischeslust. Für einen bewussteren Fleischgenuss plädieren auch die Malereien von Anna Zibler, Absolventin der Kunstakademie Münster.\r\n\r\nZudem finden folgende Aktionen im Aussenraum statt:\r\n\r\nDrucken mit der Wiesenwalze:Mit einer Wiesenwalze und einem alten Lanz Bulldog werden unter der Regie von Daniela Schlüter grossformatige Holzschnitte mit landwirtschaftlichem Bezug gedruckt. Im Rahmen eines Workshops mit der Klasse für Kooperative Strategien von Prof. Irene Hohenbüchler von der Kunstakademie Münster entstanden einige der Holzschnitte, die vor Ort gedruckt und aufgehangen werden.\r\n\r\nIn derFreilandinstallation “Plantage # 5” von Stefan Demming richten sich meterhoher Aufblasmais, Sonnenblumen und eine Biogasanlage in Sekundenschnelle auf, bevor sie wieder kollabieren. Begleitet werden die instabilen Skulpturen von lokaler Blasmusik.     “Drehort Kuhstall“ zeigt dagegen in dokumentarischer Weise bäuerliche Alltagsszenen als Videoinstallation: die tägliche Arbeit von und mit Kühen, von der Besamung bis zur Geburt. Marc Westermann bietet in seiner Livemalerei flüchtige Einblicke als „Landwirtschaft in Öl“ mit fortlaufend fließenden Übermalungen.\r\n\r\nab 14.30 Uhr:\r\n\r\n“ÜBER DEN KÜHEN von Münster” – Diskussion und Kabarett im Kuhstall\r\n\r\n[caption

“Machen automatisierte Fütterung, Melkroboter und Güllesubstrat Kühe glücklich und die Milch besser?“ Auf dem Besuchersteg über den Kühen von Leonhard Große Kintrup, die für viele Haushalte in Münster und die Mensa Milch produzieren, wird dieser und weiteren Fragen zum Wandel der Landwirtschaft nachgegangen. Der Landwirt diskutiert mit Gästen über Aspekte der modernen Landwirtschaft. Mit dabei sind Hans-Heinrich Berghorn (WLV), Ulrich Jasper (AbL) und Stefan Demming(Künstler / Luurn). Es moderiert Jan-Christoph Tonigs (Kloster Bentlage).\r\n\r\nDie kabarettistische Perspektive entspannt danach die bei dem emotionalen und gerade im Münsterland existenziellen Thema womöglich erwärmten Gemüter. Auf dem Podium im Kuhstall erkunden Irmhild Willenbrink und Marcus Fischer(Münster) das Thema: „Als bayrisches Mutter-Sohn-Gespann dreht sich bei Ihnen alles zünftig um Zucht und Ordnung. Als schillerndes Sängerduo Dan und Donny vertonen sie jede noch so banale Bauernregel auf Zuruf spontan zum Country-Song, der das Herz berührt und das Nachdenken fördert. Auf dem Besuchersteg hoch über den Köpfen des Rindviehs geht es, wie so oft im Leben, um die Wurst: Willenbrink und Fischer geben Antworten auf Fragen, die noch keiner gestellt hat, damit am Ende ALLES wieder gut ist – auch im Kuhstall!“\r\n\r\

 

(Kunst)

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Es gibt 3 Künstlerinnen, die seit 10 Jahren Projekte zum Thema Dorf und Landwirtschaft (my villages) machen, drunter sind auch Antje Schiffers mit Ich bin gerne Bauer … und Wapke Feenstra, die gemeinsam Images on Farming herausgegeben haben. Wir freuen uns, von Wapke, die das Thema auch in einem aktuellen Projekt weiterverfolgt, die Arbeit „Sorry Rosie“ in der Luurn-Ausstellung präsentieren zu können.

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Das Duo Hoerner/Antlfinger diskutiert die Fleischfrage durch zwei Hasen: Hasen, sich ein Bild machen und etwas zu Ende denken, Teil 1, Friesoythe ist auch in in der Luurn-Ausstellung zu sehen!

\r\nBildnerisch wie konzeptuell spannend sind Wim Delvoys tättowierte Schweine & die produzierende Kloake… – erstere erscheint durch den Kommentar des früheren Schweine-Tattoo-Artist jedoch in einem ambivalenten Licht.\r\n\r\nCity pig (Video, 2009) zeigt eine Holländische “Vertikal Farm” als Animation (TU Delft).\r\n

(Landwirtschaft)

\r\nRegional: Einen guten Überblick über die Landwirtschaft in den verschiedenen Regionen des Münsterlandes bietet der WLV, – Die Interessenvertretung und Verband der Landwirte in Westfalen-Lippe ist gleichzeitig eine Unterabteilung des Deutschen Bauernverbandes und auch eine Art „Gewerkschaft der freien Bauern“ – leider vertritt sie mit ihrer Politik vorwiegend die Interessen der finanzstarken Bauern und bedient so weiterhin das unglückliche „Gesetzt des Marktes“ oder im Fachjargon „Wachsen oder Weichen“. \r\n\r\nPhilosophisch: Die Versorung von Stadt/Bevölkerung durch die Landwirtschaft ist zentral in Carolyn Steels Hungry City.\r\n\r\nKritisch: Der Kritische Agrarbericht (herausgegeben vom AbL) sieht die in den Industrienationen vorherrschende intensive Landwirtschaft im Licht globaler und ökologischer Verflechungen. Meine Landwirtschaft stellt die Frage, wieviele Bauern es in der Zukunft in der Landwirtschaft überhaupt noch geben wird.\r\n\r\nMultimedial: fast wöchentlich gibt es (nicht nur im Fernsehen) neue Berichte über verschiedene Bereiche der Landwirtschaft, sei es in Zusammenhang mit Skandalen, dem System der EU-Agrarsubventionen (von spiegel.de bis WDR) oder der Liebe auf dem Land – es gilt auch hier: sex\’n crime sells. Nicht unkritische, themen-basierte Einführungen für Laien bietet Quarks & Co (zB über Schweinehaltung), wechselnde kurze Einblicke in den Alltag von Bauern und konventionellen Höfen bietet auch das Videoportal vom WLV, Seiten mit Gegendarstellungen zu Medienberichten wie \‘Agrarfakten\‘ vermitteln nicht zuletzt auch einen weiteren Einblick in das gegenwärtige Lagerdenken.\r\n\r\n \r\n\r\nHINWEIS: Für den Inhalt dieser Website ist allein das Luurn-team (V.iS.d.R. St. Demming) verantwortlich – für externe Links und die damit verbundenen Inhalte kann natürlich keine Verantwortung übernommen werden.‘,